August 2025
CHRIZZLI-Chronik, Teil 6: „Wir müssen ran, Christoph!“ – Von Visionen, Tagträumen und Plänen

Nach einer Session schwelge ich noch eine ganze Zeit lang in einem wohlig-warmen
Gefühl des Stolzes, der Dankbarkeit und der Vorfreude auf die produzierten Ergebnisse.
Lisa lud zügig die besten Fotos auf unsere Homepage, die auch sonst weiter optimiert
wurde. In ein paar Fotos habe ich mich direkt verliebt.
Und als dann schließlich auch die aufbereiteten Hörproben online gestellt werden
konnten, war ich sofort wieder „on fire“.
Jetzt war der richtige Moment, an dem ich die Welt CHRIZZLI kennenlernen sollte! Ich
verschickte den Link zu unserer Homepage und wartete gespannt auf Feedback:
Neben „Toll“, „Sehr professionell!“, „Wunderschön!“ aber auch: „Wann tretet Ihr denn
mal auf?“
Ich: „Man fragt nach Auftrittsterminen“. Lisa: „Wir müssen ran, Christoph!“.
Tja, und so rückte der Gedanke näher, mal irgendwann raus aus unserem kuscheligen
Studio zu krabbeln, eine Bühne zu erklimmen und unsere Sound-Poetry einem Publikum
vorzutragen. Seit ich weiß, wie vielschichtig und komplex unsere Klangkonzepte sind
erschien mir der Gedanke, dies alles auf Kommando abrufen zu können verwegen – ja
geradezu abwegig!
„Aber wir können ja wirklich mal was Kleines planen“ versuchte Lisa meine (und
vielleicht auch ihre eigene) Sorge zu erden und berichtete gleichzeitig von Tagträumen
möglicher Auftrittssituationen und Vertonungskonzepten. „Was Kleines“ …
Mit diesem tröstlichen und beruhigenden Gedanken sowie neuen Vertonungsideen zu
unserem nächsten Text im Gepäck ging es dann am 16. August wieder nach Leipzig.
Da Ferien waren, ging es früh los. Geplant war, den Samstag mit Spazieren und
Quatschen zu verbringen (das hatten wir bisher vor lauter Poesie versäumt). Wir hatten
einen gehaltvollen und wunderschönen Nachmittag im Grünen, und es tat
erwartungsgemäß sehr gut, uns mal jenseits von Klang und Poesie zu begegnen.
Die Probe am nächsten Tag startete dann geradezu euphorisch mit dem Austausch der
angestauten Visionen sowie unseren kleinen und großen Plänen: Making-off-Videos
(einfach mal die Kamera laufen lassen), Programmhefte, Blog-Geschichten zwischen
den Texten, musikalische Zwischenspiele und … der Kern unserer aktuellen Visionen:
Eine „Probenwoche mit abschließendem kleinen Konzert“: Eine gute Handvoll
Bearbeitungen vor ausgewähltem Publikum im Studio!
Wir befreiten uns auch noch von dem Anspruch eines einzigen Leit-Themas für ein
Programm. Mehr Freiheit, mehr Vielfalt, mehr Auswahl.
Alles war plötzlich wieder leicht. Und machbar. Und gar nicht mehr bedrohlich.
Also legten wir los, und am Ende des Tages hatten wir zu zwei weiteren Texten Konzepte,
die beim nächsten Probentag zur Aufnahmereife kommen sollten.
„Wir müssen wieder ran, Lisa!“